KINDgeRECHT

Zum diesjährigen internationalen Tag zur Unterstützung der Folteropfer ist die Kampagne KINDgeRECHT gestartet. Im fortlaufenden Jahr richtet sich der Blick daher auf diese besonders Schutzbedürftigen. Alle Projekte und Angebote des Zentrum ÜBERLEBEN für Kinder und Jugendliche sowie Informationen über geflüchtete Minderjährige in Deutschland und die international vereinbarten Rechte dieser, werden im Zuge der Kampagne „KINDgeRECHT“ an dieser Stelle dokumentiert.

Geflüchtete Kinder und Jugendliche

Mehr als die Hälfte aller Flüchtenden auf der Welt sind Kinder und Jugendliche. Nach Schätzungen von Flüchtlingsorganisationen sind dies mehr als 16 Millionen Minderjährige. Sie fliehen vor Krieg, Gewalt, Zwangsrekrutierung sowie politischer, religiöser und geschlechtsspezifischer Verfolgung. Eine große Anzahl der nach Deutschland geflüchteten Kinder haben durch schwierige Bedingungen in ihren Herkunftsländern und Erfahrungen auf der Flucht eine ganze Reihe von kumulativen Traumatisierungen erlebt und somit bereits mehrere Jahre in einer traumatisierenden Umgebung gelebt.

Auch in Berlin leben mehrere tausend Kinder und Jugendliche, die durch Kriegserlebnisse und Flucht zum Teil schwere seelische Verletzungen erlitten haben. Viele dieser Kinder sind gemeinsam mit Angehörigen geflohen, eine nicht unbeträchtliche Anzahl Minderjährige suchte jedoch alleine nach Schutz im Ausland. In einigen Fällen wurden die Kinder und Jugendliche auf dem Fluchtweg von ihrer Familie getrennt, ohne jegliches Wissen über den Verbleib und das Schicksal ihrer Angehörigen. Andere hingegen wurden von ihren Familien fortgeschickt, um sie vor der Situation im Herkunftsland zu schützen. Vor allem unbegleitete Jugendliche haben auf der Flucht wenig Schutz erfahren und Gewalt und Repression, z.B. durch Schlepper, Mitfliehende und Inhaftierungen, erlebt.

Angebote des Zentrums für Kinder- und Jugendliche

Die Kinder- und Jugendabteilung (KJA) des Zentrum ÜBERLEBEN unterstützt traumatisierte Kinder und Jugendliche bei der Bewältigung ihrer Lebenssituation im Exil, behandelt die Folgen von Kriegstraumata und fördert die weitere kind- und jugendgerechte Entwicklung. >>> Mehr Informationen

Übersicht bisheriger Projekte

FILMSOMMERCAMP

Im Filmsommercamp thematisieren junge Menschen mit verschiedenen Flucht- und Migrationserfahrungen ihre Erlebnisse in der Heimat und auf der Flucht, Diskriminierung, Schulschwierigkeiten oder Familienkonflikte. In einer kreativen Umgebung lernen die jungen Teilnehmer/innen Selbstbewusstsein und Toleranz. In speziellen Workshops bringen bekannte Filmschaffende dem Nachwuchs in intensiver Gruppenarbeit ihr Handwerk näher. Die Jugendlichen erlernen den einfühlsamen und respektvollen Umgang mit Themen wie Diskriminierung, Intoleranz und sozialer Benachteiligung, die auch in ihrem Alltag eine große Rolle spielen. Sie schreiben das Drehbuch, schauspielern und führen Regie. Das schafft die Basis für ein Miteinander. Das Sommercamp zeigt nicht nur Perspektiven für ihr weiteres Leben auf, es ist auch ein Ort des Austauschs, des Lernens und der Anerkennung. Mit dem Applaus werden dann die Früchte des Sommercamps geerntet.