Engagement in Kolumbien

In 2012 führte das bzfo (heute Zentrum ÜBERLEBEN) in Kooperation mit der kolumbianischen Menschenrechtsorganisation Tierra y Vida erstmalig ein Projekt mit Binnenvertriebenen in Kolumbien durch. Hierbei wurden Betroffene zu den psychischen Auswirkungen von Vertreibung im Rahmen des bewaffneten Konflikts in Kolumbien befragt. Zudem interviewte das Team die Betroffenen zu ihrer individuellen Versöhnungsbereitschaft gegenüber den bewaffneten Gruppen sowie zu ihren Einstellungen in Bezug auf die aktuellen Reparationsmaßnahmen des kolumbianischen Staates.

Zwischen September und Dezember 2012 wurden insgesamt 454 intern Vertriebene in vier Regionen Kolumbiens befragt.

Lesen Sie mehr zu den ersten Ergebnissen der Studie im Report, der sowohl in englischer als auch in spanischer Sprache vorliegt >>> siehe Infokasten rechts.

Der bewaffnete Konflikt

In Kolumbien herrscht seit den 1960er Jahren ein bewaffneter Konflikt zwischen Guerilla, paramilitärischen Einheiten und staatlichem Militär. Es wird geschätzt, dass im Rahmen des Konflikts etwa ein Drittel der Bevölkerung von Menschenrechtsverletzungen wie Folter, Entführung und Massakern betroffen war. Etwa 10% der Bevölkerung (fast 5 Millionen) wurden von ihrem Land vertrieben.

In den letzten Jahren wurden von Seiten des kolumbianischen Staates Maßnahmen zur Aufarbeitung der begangenen Verbrechen innerhalb der Zivilgesellschaft eingeführt. Diese Maßnahmen umfassen das 2005 verabschiedete Gesetz für Gerechtigkeit und Frieden (Ley de Justicia y Paz) und das 2011 implementierte Gesetz der Opfer (Ley de las Víctimas). Ziel dieser Maßnahmen ist es, sowohl finanzielle Gerechtigkeit für die Opfer im Hinblick auf Entschädigungen zu erlangen, als auch moralische Gerechtigkeit und Versöhnungsprozesse zwischen Opfern und ehemaligen Tätern zu unterstützen.

Förderung

Das Projekt wurde durch die finanzielle Unterstützung des Auswärtigen Amts ermöglicht.

Schwerpunkt "Versöhnung"

Das Zentrum ÜBERLEBEN beschäftigt sich in einem eigenen Schwerpunkt mit dem Thema "Versöhnung" sowohl in Kolumbien, wie auch in Projekten mit Opfern der Roten Khmer in Kambodscha und mit kurdischen Flüchtlingen aus der Türkei. Hier erfahren Sie mehr dazu.

Kontakt

Carina Heeke
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