Programm für Kinder und Jugendliche

Während der Herrschaft des irakischen Baath-Regimes wurden zahlreiche Minderjährige gemeinsam mit ihren Eltern inhaftiert und misshandelt oder gezwungen, die Misshandlung verfolgter Angehöriger mitzuerleben. Nach dem Sturz des Diktators Saddam Hussein wurden Kinder und Jugendliche im Irak Opfer gezielter Entführungen sowie von Kriegshandlungen und Terroranschlägen.

Kinder leiden auch dann unter den Folgen einer Gewaltkultur, wenn sie nicht direkt von Folter und Terror betroffen sind. Fast jedes Kind im Nordirak wächst mit Verwandten auf, die in irgendeiner Weise traumatischen Erlebnissen ausgesetzt waren. Viele Eltern hatten keine Gelegenheit, ihre Erfahrungen aufzuarbeiten. Kollektive Traumata zerstören Familienstrukturen, entladen sich in häuslicher Gewalt und bilden den Keim für künftige Konflikte.

In der Folge leiden viele Kinder und Jugendliche im Irak unter Verhaltensauffälligkeiten und Stressreaktionen wie Schlafstörungen, Hyperaktivität, Depression und Ängsten oder Essstörungen.

Unsere Angebote

Kinder haben ein Recht auf Schutz vor Gewaltanwendung, auf gewaltfreie Erziehung und auf Rehabilitation, wenn sie Opfer von Missbrauch, Folter oder bewaffneten Konflikten geworden sind. Um den Prinzipien der UN-Kinderrechtskonvention zur Durchsetzung zur verhelfen, betreiben das Zentrum ÜBERLEBEN und die Jiyan Foundation for Human Rights seit 2009 ein Programm für traumatisierte Kinder und Jugendliche im Nordirak.

Das Angebot des Kinder- und Jugendprogramms umfasst

  • altersgerechte medizinische und psychologische Behandlung von traumatisierten Kindern
  • Gruppenangebote
  • Physiotherapie
  • Beratung für Eltern und Familienangehörige
  • Beratung für Lehrer, Pädagogen und Sozialarbeiter

Jedes Jahr erreicht das Programm etwa 700 Kinder und Jugendliche in den Städten Kirkuk, Erbil, Sulaymaniyah, Duhok und Chamchamal.

Gefängnisarbeit

Um das Wohlergehen inhaftierter Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener zu fördern, betreiben das Zentrum ÜBERLEBEN und die Jiyan Foundation ein Projekt in Jugendstrafanstalten des Nordirak. Ziel dieser Initiative ist die Verhinderung von Misshandlung in Gefängnissen und die Prävention von extremistischen Ideologien und Gewaltbereitschaft.

Seit Juli 2009 erhielten 650 jugendliche Straftäter in Kirkuk, Sulaymaniyah und Erbil medizinische, psychosoziale und rechtliche Unterstützung. Viele der jungen Gefangenen haben in ihrer Kindheit Vernachlässigung, Gewalt oder Missbrauch erlebt und leiden unter psychischen Problemen, die durch die Haft verstärkt werden. Daher erhielten etliche Inhaftierte nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis professionelle Hilfe in den Kinderabteilungen unserer Einrichtungen.

Links

www.jiyan-foundation.org

Kontakt

Salah Ahmad
Projektleiter
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Friederike Regel
Projektkoordinatorin
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Michael Lehmann
Internationale Projekte
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