Programm für Frauen

Unter dem diktatorischen Regime Saddam Husseins wurden viele Frauen im Irak Opfer geschlechtsspezifischer Menschenrechtsverletzungen – besonders wenn sie selbst politisch aktiv waren oder aber in ihren Rollen als Ehefrauen, Mütter und Schwestern von Regimegegnern. Sexuelle Gewalt gegen Frauen stellte eine vielschichtige Methode der Kriegsführung dar, die darauf abzielte, Familienstrukturen zu zerstören, politische Dissidenten zu demütigen und den kulturellen Zusammenhalt ethnischer Gruppen zu schwächen.

Im Zuge der so genannten Anfal-Operationen in den 1980er Jahren verloren viele Frauen Familienmitglieder durch Hinrichtungen, Militäraktionen und auf der Flucht vor dem Genozid. Durch den Tod ihrer männlichen Verwandten wurden sie in Isolation und Einsamkeit getrieben und mussten gleichzeitig unter enormen finanziellen Schwierigkeiten die verbleibende Familie ernähren.

Darüber hinaus sind Frauen im Nordirak heute verschiedenen Formen von Unterdrückung ausgesetzt, darunter häusliche Gewalt und so genannte Ehrenmorde, Zwangsheirat, Genitalverstümmelung, sexuelle Übergriffe, sowie ein begrenzter Zugang zu Bildung und Arbeit.

Unsere Angebote

In allen Einrichtungen im Nordirak erhalten Frauen und Mädchen geschlechtsspezifische Hilfen durch geschultes weibliches Personal. Die Frauenabteilungen

  • schützen Frauen und ihre Kinder vor häuslicher Gewalt
  • sensibilisieren Frauen für ihre Grundrechte und die Rechte ihrer Kinder
  • ermöglichen Frauen den Zugang zu sozialen Hilfen, Rechtsschutz, Bildung, Arbeit und Gesundheitsversorgung
  • bieten ein sicheres Umfeld, in dem traumatisierte Frauen sich treffen, austauschen und gegenseitig stärken können
  • bestärken traumatisierte Frauen darin, in einer demokratischen Gesellschaft Veränderungen bewirken zu können
  • stärken gewaltfreie Konfliktlösungen innerhalb von Familien und über Generationen hinweg

Jedes Jahr hilft unser Frauenprogramm im Irak etwa 1000 weiblichen Gewaltüberlebenden. Frauen und Mädchen erhalten geschlechtsspezifische medizinische und psychosoziale Unterstützung und nehmen an regelmäßigen Selbsthilfe- und Gesprächsgruppen sowie Bildungsseminaren teil. Bei Bedarf werden sie an Abendschulen und Berufsausbildungsstätten, Frauenhäuser oder Fachärzte weitergeleitet.

Familientherapie und Mediation tragen dazu bei, gewaltfreie Kommunikationsstrategien zu entwickeln, Paare zu versöhnen und traumatisierte Familien zu stabilisieren.

Die Unterstützung von Frauen wirkt sich positiv auf Familienmitglieder aus. Wenn sich Frauen ihrer Grundrechte bewusst werden, können sie sich selbst und ihre Kinder vor häuslicher Gewalt schützen und unter Umständen sogar ihre männlichen Verwandten beeinflussen.

Links

www.jiyan-foundation.org

Kontakt

Salah Ahmad
Projektleiter
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Friederike Regel
Projektkoordinatorin
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