Programm für Flüchtlinge und Minderheiten

Syrische Flüchtlinge

Seit Beginn der Aufstände in Syrien im März 2011 mussten fast 2,5 Mio. Syrer ihr Land verlassen und in angrenzende Staaten fliehen. Mehr als 200.000 Menschen fanden Zuflucht im Nordirak. Die Mehrheit dieser Flüchtlinge wird in Domiz nahe der nordirakischen Stadt Duhok aufgenommen. Tausende kommen bei Verwandten oder in kleineren Flüchtlingslagern in anderen Landesteilen unter, davon etwa 40% Kinder und 20% Frauen.

Viele Flüchtlinge haben traumatisierende Erfahrungen hinter sich. Sie haben Angehörige durch Bombardierungen verloren, bewaffnete Auseinandersetzungen erlebt oder wurden aufgrund politischer Aktivitäten inhaftiert und gefoltert. Alle leiden unter dem Verlust ihrer Heimat und ihrer Arbeit, viele haben Angst um zurückgebliebene Angehörige. Als Folge dessen erkranken sie an Depressionen und berichten von Schlafstörungen, Suizidgedanken, Panikattacken oder Aggressionen.

Mit Unterstützung von Misereor und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hilft die Jiyan Foundation traumatisierte syrische Flüchtlinge im Nordirak. Überlebende erhalten in unseren Zentren in Duhok und Sulaymaniyah kostenlose medizinische und psychosoziale Unterstützung. Mobile Teams suchen Flüchtlinge in den Lagern Domiz und Arbat auf. Allein in den ersten fünf Monaten hatten die Teams aus Ärzten und Therapeuten einen Ansturm von mehr als 4000 neuen Patienten zu bewältigen.

Pluralismus schützen: Verfolgte Minderheiten im Irak

Im Irak leben seit Jahrhunderten viele religiöse Minderheiten weitestgehend friedlich mit ihren muslimischen Nachbarn zusammen: Assyrer, Chaldäer, Armenier, Bahai, Juden, Schabak und Jesiden. Das änderte sich mit dem Aufkommen extremistischen Terrors nach 2003. Systematische Angriffe und Drohungen führten dazu, dass über 500.000 Angehörige religiöser Minderheiten das Land verließen und uraltes spirituelles, kulturelles und sprachliches Erbe des Irak Gefahr läuft auszusterben.

Viele Angehörige von Minderheiten aus Bagdad, Kirkuk und Mosul flohen in den sicheren kurdischen Norden des Irak, darunter schätzungsweise 20.000 christliche Familien. Während einige in den Städten Dohuk und Erbil Zuflucht fanden, leben andere als intern Vertriebene in den Dörfern und Städten der Ninive-Ebene.

Im Juni 2011 startete unser Kooperationspartner Jiyan Foundation for Human Rights mithilfe der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und der Stiftung Wings of Hope ein Projekt für traumatisierte Verfolgungsopfer in Dohuk und der Ninive-Ebene.

Das Projekt umfasst ein Rehabilitationszentrum in Dohuk und einem Mobilteam für die ländliche Umgebung. Beide Einheiten bieten Kindern und Erwachsenen, die von Gewalt betroffen sind, kostenlose medizinische, psychische und soziale Unterstützung an. Das Programm wird in enger Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden realisiert und unterstützt Opfer ungeachtet ihres Glaubens oder ethnischen Zugehörigkeit.

Links

www.jiyan-foundation.org

Kontakt

Salah Ahmad
Projektleiter
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Friederike Regel
Projektkoordinatorin
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