Wedat, 48 Jahre, aus Kirkuk

Mit 16 Jahren wurde Wedat während einer Demonstration gegen das irakische Regime verhaftet und 40 Tage lang festgehalten. Er musste diese Zeit in Isolationshaft verbringen, wurde geschlagen und gedemütigt. Er litt unter ständigem Hunger und psychischer Folter. Aus der Haft entlassen, beeinträchtigte ihn das Erlebte so stark, dass er die Schule abbrechen musste ...

... Als Erwachsener wurde Wedat Zeuge einer Autobombenexplosion in Kirkuk, bei der zahlreiche Menschen verletzt und getötet wurden. Dieses Ereignis traumatisierte ihn erneut.

Erst sechs Jahre später war sein Leidensdruck so groß geworden, dass er zur Behandlung in unser Zentrum in Erbil kam. Wedat zeigte viele Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung und Depression. Er hatte starke Schuldgefühle, Albträume und wiederkehrende Flashbacks. Anderen gegenüber zeigte er sich hoffnungslos und misstrauisch. Seine Frau und seine fünf Kinder litten unter Wedats plötzlichen Wutausbrüchen.

Unserem therapeutischen Team aus Sozialarbeitern, Psychotherapeuten und Psychiatern, gelang es, den richtigen Therapieansatz für Wedat zu finden. Wir behandelten zunächst seine Depression und arbeiteten an seinem Selbstwertgefühl. Auch seine Familie bezogen  wir in die Therapie ein, um Verständnis und Vertrauen aufzubauen. Schon nach den ersten Wochen war eine deutliche Veränderung zu spüren. Zum ersten Mal in seinem Leben, so Wedat, könne er jemandem von seinen Erlebnissen berichten, ohne sich zu schämen. Wedat besucht das Zentrum nun regelmäßig und macht wieder Pläne für die Zukunft.