„EARLY ACCESS to Adequate Therapy“ – Frühzeitiger Zugang zu adäquater Therapie

Das Projekt

Das Projekt „EARLY ACCESS to Adequate Therapy“ wurde als Kurzzeitintervention konzipiert, die speziell auf die Bedürfnisse von in Europa ankommenden, frisch traumatisierten Folterüberlebenden zugeschnitten ist.

Es wird zunächst in zwei deutschen Großstadt-Regionen (Raum Berlin und Raum München) eingeführt, in denen eine steigende Zahl von in Europa Schutz suchenden Folterüberlebenden erstmals Aufnahme findet und an die dortigen Gegebenheiten angepasst, sowie in Bulgarien, das am östlichen Rand von Europa mit einer großen Welle Schutz suchender Opfer konfrontiert ist.

Die Ziele

Das Projekt „EARLY ACCESS to Adequate Therapy“ möchte

  • frisch eingereisten Folterüberlebenden schnelle und umfassende Hilfen anbieten (Begutachtung, psychosoziale Beratung, Kurzzeit-Psychotherapie und gerichtsmedizinische Unterstützung) entsprechend der unmittelbaren Bedürfnisse der Folterüberlebenden
  • ein Best-Practice-Modell für eine Kurzzeitversorgung einer großen Anzahl Hilfebedürftiger erarbeiten, das auch in anderen Behandlungszentren und bei weiteren Akteuren in Deutschland, Bulgarien und ganz Europa Anwendung finden kann
  • die Umsetzung der EU-Richtlinie 2013/33 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen, insbesondere in Deutschland, durch Öffentlichkeitsarbeit und Lobbying voranbringen
  • die dringend nötigen Hilfeleistungen für Folterüberlebende in Bulgarien durch die Organisation ACET unterstützen

Die Aktivitäten

  • Identifizierung, Behandlung, Beratung und Nachsorge: unmittelbare Feststellung des Hilfebedarfs frisch eingereister Flüchtlinge durch Erstbegutachtung, Aufnahmegespräch und Beratungstermine; psychiatrische und/oder psychotherapeutische Begutachtung und ärztlicher Bericht; Kindermonitoring und Erziehungsberatung für Eltern, wenn nötig
  • psychiatrische und/oder psychotherapeutische Behandlung; psychiatrische oder psychologische Nachsorge sowie sozialarbeiterische Unterstützung und Überprüfung des Kindeswohls; standardisierte psychologische Tests; psychoedukative Gruppen
  • Kapazitätsaufbau und Austausch von Best-Practice: Training, Supervision
  • Lobbying-Kampagne: direkter Austausch mit politischen Entscheidungsträgern auf regionaler und nationaler Ebene; Netzwerkarbeit mit Vertretern des Öffentlichen Gesundheitswesen und der Sozialversicherungssyteme; Seminare, Informationsveranstaltungen und Training für administrative Entscheidungsträger, Verbreitung von Informationen zu den Folgen von Folter, Menschenrechtsverletzungen und den Rechten Folterüberlebender

Die Partner

REFUGIO München e. V. - Beratungs- und Behandlungszentrum für Flüchtlinge und Folteropfer

Assistance Centre for Torture Survivors – ACET, Bulgarien

Laufzeit

01.07.2014 bis 31.12.2015