Medizinischer Bildatlas

ATLAS OF TORTURE
USE OF MEDICAL AND DIAGNOSTOC EXAMINATION RESULTS IN MEDICAL ASSESSMENT OF TORTURE

Der erste medizinische Bildatlas der Folter jetzt in englischer Sprache

Autoren

Dr.Önder Özkalıpçı
Dr.Ümit Şahin
Dr.Türkcan Baykal
Prof.Dr.Şebnem Korur Fincancı
Prof.Dr.Okan Akhan
Prof.Dr.Fikri Öztop
Prof.Dr.Veli Lök

Publikation der Menschenrechtsstiftung der Türkei, 2010
ISBN 978-975-7217-76-3

Aus einem Artikel im Deutsches Ärzteblatt (Jg. 106 / Heft 36 / 3. September 2009)

“Menschenrechtsverletzung und Folter in der Türkei sind in Europa hinreichend bekannte Themen. Weniger bekannt dagegen ist der jahrzehntelange Einsatz der türkischen Ärzteschaft für die Abschaffung der Folter und ihr Engagement bei der Behandlung von Folteropfern... Türkische Menschenrechtsaktivisten – Ärzte, Ingenieure und Anwälte – gründeten 1990 eine private Menschenrechtsstiftung der Türkei (TIHV). Diese unabhängige Organisation unterhält in fünf türkischen Großstädten Behandlungszentren für Folteropfer... Bis Ende 2008 wurden in den Behandlungszentren 11 661 Menschen medizinisch behandelt. Nur durch freiwillige und kostenlose Hilfe sowie die Mitwirkung von Ärzten und gesundheitlichen Institutionen kann die medizinische und psychologische Betreuung der Opfer aufrechterhalten werden..Der Stiftung wurde im Jahr 1998 zusammen mit zwei anderen Organisationen der Menschenrechtspreis des Ministerkomitees des Europarates verliehen.

Die TIHV zählt zu den Hauptmitwirkenden am Istanbul-Protokoll der Vereinten Nationen mit dem Titel „Manual on Effective Investigation and Documentation of Torture and Other Cruel, Inhuman or Degrading Treatment or Punishment“. Das Istanbul-Protokoll entstand durch die Zusammenarbeit mit der türkischen Ärztekammer und dem türkischen Verein der Rechtsmediziner sowie zahlreichen internationalen Organisationen. Ende 2007 veröffentlichte die Stiftung das Buch „Der medizinische Bildatlas der Folter“ ....

Es soll dabei helfen, in der täglichen Routine Folterspuren zu diagnostizieren. „Das weltweit größte Hindernis auf dem Weg zur Abschaffung der Folter ist, dass die Folter nicht bestraft wird und die Folterer geschützt werden. Daher hat der Beweis der Foltervorwürfe entscheidende Bedeutung, um Folter zu verhüten“, heißt es in der Einleitung. „Der medizinische Bildatlas der Folter“ beschreibt verschiedene Foltermethoden, auch mithilfe drastischer Zeichnungen, die auf Grundlage der Erzählungen der Folteropfer von einem Arzt und Zeichner angefertigt wurden. Er setzt körperliche Befunde mit verschiedenen Formen der Gewaltanwendung in Bezug. Die Autoren gehen außerdem auf die apparativen und histopathologischen Befunde ein. Im Rahmen der Differenzialdiagnose wird im Bildatlas auch auf Simulationsfälle eingegangen. Zum Schluss werden acht Fälle in Anamnese, körperlichen Befunden und Untersuchungsergebnissen vorgestellt. Ferner werden Verletzungen erklärt, die Häftlinge nach Angriffen staatlicher Sicherheitskräfte in Gefängnissen erlitten haben. Das Buch endet mit Fallbeschreibungen gefolterter Kinder.

Die Fotodokumentation der Folterspuren hat in diesem Werk eine besondere Bedeutung. Die gute Darstellung hilft dem Arzt bei der Diagnose. Das verwendete Bildmaterial stammt hauptsächlich aus den Archiven der Menschenrechtsstiftung der Türkei. „Der Medizinische Bildatlas der Folter“ hat 236 Seiten.”

Katalogdaten:
Atlas of torture : use of medical and diagnostic examinations results in medical assessment of torture / Oezkalipci, Oender ; Sahin, Uemit ; Baykal, Tuerkcan ; Fincanci, Sebnem Korur ; Akhan, Okan ; Oeztop, Fikri ; Loek, Veli - Istanbul : Human Rights Foundation of Turkey, 2010.- X,237 S.: Ill. - Iskence Atlasi (Eng.) - ISBN: 978-975-7217-76-3

Das Berliner Zentrum für Folteropfer hat den Vertrieb übernommen.
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