Rehabilitation und Integration

Jedes Jahr behandeln wir über 500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus über 40 Ländern. Unsere Patientinnen und Patienten erhalten je nach Bedarf ambulante oder tagesklinische Behandlung im allgemeinmedizinischen, psychiatrischen, psychotherapeutischen und psychosozialen Bereich.

Unsere Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter begleiten unser Patientinnen und Patienten in asyl- und ausländerrechtlichen Fragen und unterstützen sie bei der Wahrung ihrer Rechte sowie beim Aufbau ihres Lebens im Exil.

Ambulante Abteilung für Erwachsene

Das multiprofessionelle Team der Ambulanten Abteilung für Erwachsene des Zentrum ÜBERLEBEN bietet Diagnostik, Dokumentation von Folterspuren und traumaorientierte Psychotherapie sowie psychiatrische Behandlung an. Klinische Sozialarbeit ist stets integraler Bestandsteil der Behandlungs- und Rehabilitationsprozesse nach schwerer Traumatisierung durch Folter und Krieg.

Tagesklinik

Psychisch schwer und chronisch erkrankte Folter- und Kriegsüberlebende finden in der Tagesklinik des Zentrum ÜBERLEBEN eine interkulturell abgestimmte, teilstationäre Therapiemöglichkeit ergänzt durch ein Nachsorgeangebot. Das Gruppenbehandlungskonzept der psychiatrisch-psychotherapeutischen Tagesklinik ermöglicht den Patient/innen die Wiedererlangung einer Tagesstruktur. Durch Gruppen- und Kreativtherapien werden Vertrauen aufgebaut und soziale Kompetenzen gestärkt. Die Traumabearbeitung findet in Einzelsettings statt.

Kinder- und Jugendliche

Die äußeren Lebensumstände von jungen Geflüchteten sind oftmals sehr belastend für sie. Zusätzlich zu ihren eigenen Erfahrungen mit Gewalt und/oder Krieg, ist ihr Alltag durch die psychische Erkrankung der Eltern geprägt. Traumatisierte Kinder und Jugendliche, die mit ihren Familien oder als unbegleitete Minderjährige nach Deutschland geflohen sind, finden in der ambulanten Abteilung für Kinder- und Jugendliche (KJA) des Zentrum ÜBERLEBEN ein dringend benötigtes ressourcenorientiertes Unterstützungsangebot.

Wohnverbund für Migrantinnen

Traumatisierte Frauen erhalten im Wohnverbund für Migrantinnen geschlechtsspezifische Unterstützung. Sozialarbeiterinnen und Psychologinnen arbeiten Hand in Hand, um einen Schutzraum für ihre Klientinnen zu schaffen. Im betreuten Einzelwohnen werden Frauen die Gewalt und/oder Krieg erlebt haben im Alltag und bei der Bewältigung ihrer Erlebnisse bestärkt. Für Fälle, in denen das nicht möglich ist, gibt es vier Plätze in einer therapeutischen Wohngemeinschaft des Zentrum ÜBERLEBEN. Dort erhalten die Frauen intensive Unterstützung von unserem interkulturellen Team.

Akutprogramm

Auf Grund der hohen Nachfrage nach Behandlungsplätzen und krisenhafte Gesundheitszustände von Flüchtlingen, die aktuell beispielsweise aus Syrien und dem Irak einreisen, bietet die Ambulante Abteilung neben der Langzeittherapie seit September 2013 in einem Akutprogramm Soforthilfe für neu eingereiste Geflüchtete. Hier erhalten sie ärztliche und psychotherapeutische Beratung, Diagnostik und Behandlung, soziale Begleitung und Beratung, Elternberatung, wenn Kinder belastet reagieren sowie psychoedukative Gruppenangebote. Bei Bedarf ist eine Weiterbehandlung im Langzeittherapieprogramm möglich.

Ressourcenorientierte Therapien

Unterstützt wird die Behandlung in allen Bereichen durch ressourcenorientierte Therapieformen wie Musik-, Kunst- und Gestaltungstherapie. Physiotherapie, Konzentrative Bewegungstherapie und Schmerztherapie mit Biofeedback helfen, den Teufelskreis aus körperlichen und psychosomatischen Schmerzen zu durchbrechen und sich wieder im eigenen Körper zu Hause zu fühlen. Ergotherapie und die Arbeit im interkulturellen Heilgarten ergänzen das Angebot.

Nachsorgeangebot

Ehemaligen Patientinnen und Patienten bieten wir in einem sechswöchentlichen bis vierteljährlichen Rhythmus bzw. bei Bedarf Nachsorge an. Diese beinhaltet je nach Erfordernis Krisenintervention oder stützende Behandlung.

Sprachmittlung

Alle Therapien und Angebote des Zentrum ÜBERLEBEN werden durch das speziell ausgebildete Dolmetscher/innenteam unterstützt.

Abteilung für Flüchtlingshilfen und Migrationsdienste

Die Abteilung für Flüchtlingshilfen und Migrationsdienste des Zentrum ÜBERLEBEN bietet umfassende Hilfe – von der psychologischen und psychosozialen Beratung, der psychotherapeutischen Behandlung, über die berufliche Qualifizierung bis hin zur Vermittlung in Ausbildung und Arbeit. Zudem sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung für Flüchtlingshilfen und Migrationsdienste aktiv in der Vernetzungs- und Lobbyarbeit tätig. Gemeinsam mit anderen nationalen und europäischen Organisationen engagieren sie sich für Fortschritte in der Migrationsarbeit und Flüchtlingspolitik.
Mehr Informationen über diese Abteilung des Zentrum ÜBERLEBEN finden sie >>> hier.