Uneindeutiger Verlust

Hintergrund

Das systematische Verschwinden von Personen im Rahmen von Kriegen und Konflikten ist ein in vielen Ländern auftretendes Phänomen. Das Schicksal von Verschwundenen kann häufig über Jahre nicht bzw. in den meisten Fällen nie aufgeklärt werden. Durch diese Ungewissheit sind Angehörige von Verschwundenen oftmals einem Zustand zwischen Hoffnung auf die Rückkehr der Person und Hoffnungslosigkeit ausgesetzt. Langfristig kann dies negative Konsequenzen für die psychische Gesundheit der Betroffenen mit sich bringen, die sich sowohl in somatischen Stresssymptomen als auch prolongierten Trauerreaktionen und Depression äußern.

Obwohl das Verschwinden von Personen mit weitreichenden Konsequenzen auf sowohl emotionaler als auch juristischer Ebene für die Hinterbliebenen einhergeht, ist die empirische Datenlage zu den psychischen Auswirkungen dieser ungeklärten Verluste sehr gering. Neben Erkenntnissen zu den Auswirkungen des Verschwindens von Personen für die psychische Gesundheit der Angehörigen fehlen insbesondere Kenntnisse zu Faktoren, die deren psychische Gesundheit sowohl im positiven als auch negativen Sinn beeinflussen.

Studie

Ziel der Studie ist die Untersuchung der psychischen Gesundheit von Angehörigen von Verschwundenen. Dabei soll zunächst untersucht werden, welche psychischen Erkrankungen bei Angehörigen von Verschwundenen vorliegen. In einem zweiten Schritt soll im Rahmen einer Längsschnittuntersuchung geprüft werden, inwiefern sich die psychische Belastung bei Angehörigen von Verschwundenen im Vergleich zu Angehörigen von Verstorbenen über die Zeit verändert und welche Faktoren dabei einen günstigen oder ungünstigen Verlauf bestimmen. Zuletzt soll auch der Frage nachgegangen werden, über welche subjektiven Ressourcen Betroffene verfügen, um das Verschwinden ihrer Angehörigen zu verarbeiten. Übergeordnetes Ziel ist es, Erkenntnisse über Faktoren zu gewinnen, die speziell bei Angehörigen von Verschwundenen die Entwicklung psychischer Belastungssymptome begünstigen oder verhindern können.

Kooperationspartner

Freie Universität Berlin
Tierra y Vida

Ansprechpartnerin

Dipl.-Psych. Carina Heeke
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