S C H M E R Z S T U D I E

Schmerzstudie und Behandlungsstudie zur Erforschung des Zusammenhangs zwischen (komplexer) PTBS und chronischen Schmerzstörungen.

In einer multizentrischen Therapiestudie werden die Entstehung, Aufrechterhaltung und der Zusammenhang der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) mit chronischen Schmerzen untersucht und eine neue Behandlungsmethode für traumatisierte Flüchtlinge mit chronischen Schmerzen evaluiert.

Hintergrund

Traumatische Ereignisse gehen neben einer posttraumatischen Belastungsstörungen, auch häufig und noch lange Zeit nach dem Ereignis mit starken Schmerzen einher. Diese können einerseits infolge einer bei dem Ereignis entstandenen Verletzung auftreten, andererseits auch aufgrund der hohen allgemeinen Anspannung nach einem traumatischen Erlebnis entstehen (z.B. Kopfschmerzen, Rückenschmerzen).

Das Perpetual Avoidance Model (Liedl & Knaevelsrud, 2008) wurde entwickelt um die die Mechanismen der Entstehung und Aufrechterhaltung dieser beiden Störungen erklären und Behandlungsimplikationen geben zu können.

Biofeedbacktherapie und körperliche Aktivität

Biofeedback ist eine Methode, deren Hauptziel es ist Selbstkontrolle über körperliche Vorgänge zu erlangen. Bei der Biofeedbackbehandlung werden körperliche Funktionen dem Patienten kontinuierlich akustisch oder optisch zurück gemeldet. Dadurch sollen positive Änderungen dieser Körperfunktionen (Entspannung) verstärkt werden.

Muskuläre Verspannungen durch Schmerzempfinden führen zu einer Aufrechterhaltung des Schmerzes in einem Teufelskreis von Schmerz – Stress-Verspannung – Einschränkung körperlicher Aktivität – Verminderung der Durchblutung – mehr Stress – mehr Schmerz. Die Behandlung konzentriert sich daher auf die Reduktion der Muskelanspannung, um den schmerzaufschaukelnden Teufelskreis zu unterbrechen. Ein weiteres Ziel des Biofeedbacktrainings ist der Ausbau der Körperwahrnehmung und die Beibehaltung der Entspannung auch in belastenden Situationen. Biofeedback wird in dieser Studie kombiniert mit Psychoeduktion (bezüglich des Zusammenhanges zwischen Schmerzen und der posttraumatischen Belastungssymptomatik) schmerzfokussierten verhaltenstherapeutisch-kognitiven Interventionen und dem Einsatz körperlicher Aktivität.

Ziele und Hypothesen

In einer randomisierten Kontrollstudie wird die Wirksamkeit der Schmerzintervention in Kombination mit körperlicher Aktivität bei traumatisierten Patienten mit chronischen Schmerzstörungen untersucht. Es wird davon ausgegangen, dass Biofeedbackbehandlung klinische Belastungen und biopsychologische Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit chronischem Schmerz signifikant reduziert. Zudem wird eine signifikante Abnahme biologischer Aspekte wie Muskelanspannung sowie eine signifikante Verbesserung in assoziierten Bereichen wie der posttraumatischen Belastungssymptome, subjektivem Gesundheitsempfinden und Lebensqualität erwartet.

Kooperationspartner

Ambulatorium für Kriegs- und Folteropfer (afk), Zürich
Schmerzambulanz der Charite, Berlin
Universität Southhampton
Technische Universität Dresden

Ansprechpartner im bzfo

Matthias Polifka
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Tel. (030) 30 39 06 40