L E B E N S T A G E B U C H

Evaluation einer internetbasierten kognitiv-behavioralen Schreibtherapie zur Behandlung von traumatisierten Kriegsüberlebenden des II. Weltkrieges.

Die Studie richtet sich an Menschen über 65 Jahren, die im bzw. unmittelbar nach dem II. Weltkrieg traumatisiert wurden und aktuell an einer PTBS-Symptomatik im Sinne des ICD-10 leiden.

Hintergrund

Nachdem in den letzten Jahren auch die differenzierte Anerkennung anderer Gruppen von Traumatisierten aus dem II. Weltkrieg möglich ist, ohne dabei in den Verdacht einer Verharmlosung der deutschen Wehrmachtsverbrechen zu geraten, ist die Gruppe der damaligen Kriegskinder in den Blick der wissenschaftlichen Forschung gerückt.

Neuere Studien zu den Auswirkungen von kindlicher Kriegstraumatisierung bei älteren Menschen zeigen Zusammenhänge zwischen weltkriegsassoziierten Traumata und Symptomen der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) sowie physischer Gesundheit.

Schreibtherapie

Der Therapieansatz kombiniert den bisher als erfolgreich evaluierten kognitiv-behavioralen Behandlungsansatz bei PTBS mit Erkenntnissen der allgemeinen Alterspsychotherapie. Somit liegt neben der narrativen Exposition und der kognitiven Restrukturierung der Fokus auch auf der allgemeinen biographischen Arbeit. Während der Schreibtherapie wird eine kohärente Lebensgeschichte erarbeitet, die eine Integration des belastenden Erlebnisses in die Lebensgeschichte des älteren Menschen erlaubt.

Das speziell für kriegstraumatisierte ältere Menschen entwickelte Behandlungsmanual umfasst 11 Schreibsitzungen à 45 Minuten, die die bereits angesprochenen drei Komponenten (Traumaexposition, Biographiearbeit und kognitive Restrukturierung) behandeln.

Die Kommunikation zwischen TherapeutIn und PatientIn findet ausschließlich via E-Mail statt. Der Einsatz des Internets bietet hierbei durch die Vorteile seiner visuellen Anonymität und des leichten Zugangs besonders älteren Menschen die Möglichkeit eines niedrigschwelligen Behandlungsangebotes. Die Zahl von 5,1 Millionen Internetnutzern über 65 Jahren, sog. „Silver Surfer“, zeigt, dass das Internet ein attraktives Medium für diese Altergruppe darstellt.

Ziele der Studie

Im Rahmen einer kontrollierten, randomisierten Interventionsstudie soll die Wirksamkeit einer internetbasierten kognitiv-behavioralen Schreibtherapie für ältere zivil traumatisierte Überlebende des II. Weltkrieges untersucht werden. Erste Zwischenergebnisse weisen eine Wirksamkeit der Schreibtherapie aus.

Detaillierte Informationen über die Therapie und Teilnahmemöglichkeiten, finden Sie unter: www.lebenstagebuch.de

Kooperationspartner

Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald im HANSE-Klinikum Stralsund
Freie Universität Berlin

Ansprechpartnerin

Dr. Psych. Maria Böttche
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Tel. 030-303906-32